Was sind Holzschutzmittel?

Holzschutzmittel sind chemische Präparate, die Holz vor Pilzen, Insekten und Witterung schützen sollten. Klingt sinnvoll — das Problem sind die Wirkstoffe: Viele Holzschutzmittel, die bis in die 1980er- und 1990er-Jahre in Österreich großflächig eingesetzt wurden, enthalten hochgiftige und persistente Chemikalien.

Die wichtigsten Schadstoffe in alten Holzschutzmitteln:

  • PCP (Pentachlorphenol): Fungizid und Insektizid. Krebserregend, lebertoxisch und extrem persistent. Über Jahrzehnte in der Raumluft nachweisbar.
  • Lindan (Gamma-HCH): Insektizid gegen Holzwurm und Hausbock. Neurotoxisch, reichert sich im Fettgewebe an und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
  • DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan): Breitband-Insektizid. Weltweit weitgehend verboten, in altem Holz aber noch nachweisbar.
  • Chlornaphthaline: Bestandteil älterer Holzschutzmittel mit PCP-ähnlicher Wirkung. Lebertoxisch.

Bekannte Produktnamen, die diese Wirkstoffe enthielten: Xylamon (alte Formulierungen), Xyladecor (alte Formulierungen), Basilit und viele weitere. Die Produkte wurden in Österreich millionenfach auf Dachstühlen, Balken und Vertäfelungen aufgetragen.

Wo findet man Holzschutzmittel in österreichischen Gebäuden?

In Gebäuden mit Baujahr vor den 1990er-Jahren sind behandelte Holzbauteile die Regel, nicht die Ausnahme. Die häufigsten Fundorte:

  • Dachstuhl: Der Klassiker — nahezu jeder Dachstuhl aus den 1950er- bis 1980er-Jahren wurde chemisch behandelt. Oft großflächig gestrichen oder gespritzt.
  • Holzbalkendecken: Sichtbare und verdeckte Balken in Altbauten, häufig mit PCP oder Lindan behandelt.
  • Fachwerk: Sichtbares Fachwerk in historischen Gebäuden — Holzschutzmittel wurden als Schutz gegen Schädlinge aufgetragen.
  • Holzvertäfelungen: Wand- und Deckenvertäfelungen aus den 1960er–1980ern, oft mit Holzschutzmitteln lasiert oder gestrichen.
  • Holztreppen: Besonders Treppenwangen und tragende Holzbauteile in Altbauten.

Gesundheitsrisiko und rechtliche Lage

PCP und Lindan sind keine harmlosen Altlasten. Sie gasen über Jahrzehnte aus dem behandelten Holz aus, gelangen in die Raumluft und reichern sich im Hausstaub an. Wer in belasteten Räumen wohnt oder arbeitet, nimmt die Stoffe über Atmung und Hautkontakt auf.

  • PCP ist von der IARC als krebserregend (Gruppe 1) eingestuft. Es schädigt Leber, Immunsystem und Nervensystem. PCP ist extrem persistent und wird im Körper nur langsam abgebaut.
  • Lindan ist neurotoxisch und steht im Verdacht, krebserregend zu sein (IARC Gruppe 1 für Lindan seit 2015). Es reichert sich im Fettgewebe und in der Muttermilch an.
  • Beide Stoffe bioakkumulieren — das heißt, auch niedrige Dauerbelastungen summieren sich im Körper.

In Österreich regelt die PCP-Verordnung das Verbot von Pentachlorphenol. PCP ist seit 1990 verboten. Lindan darf seit den frühen 1990er-Jahren nicht mehr als Holzschutzmittel eingesetzt werden. In bestehenden Gebäuden bleibt das behandelte Holz jedoch — oft unerkannt — als Schadstoffquelle bestehen.

So testen wir auf Holzschutzmittel

Ob dein Holz belastet ist, lässt sich nur durch eine Laboranalyse feststellen. Die Farbe oder der Zustand des Holzes sagt nichts über die chemische Belastung aus. Unser Ablauf:

1. Begehung und Probenahme

Ich komme persönlich und begutachte alle Holzbauteile. Proben werden als Holzspan (Materialprobe) entnommen. Ergänzend kann eine Staubprobe genommen werden, um die aktuelle Belastung im Wohnraum zu bewerten.

2. Akkreditierte Laboranalyse (GC-MS)

Die Proben werden mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) analysiert — das Standardverfahren für Holzschutzmittel. Das Labor quantifiziert PCP, Lindan, DDT und weitere Wirkstoffe. Für flüchtige Bestandteile kann zusätzlich eine Raumluftmessung sinnvoll sein.

3. Bericht und Empfehlung

Du erhältst einen verständlichen Bericht mit Messwerten, Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen: Belassen, abschotten, sanieren oder entfernen — abgestimmt auf deine Nutzungssituation.

Preise für Holzschutzmittel-Tests

Transparente Preise ohne versteckte Kosten:

  • Einzelanalyse Holzschutzmittel: ab €75 pro Materialprobe
  • Begehungspauschale: €290 (Hauskauf) bzw. €350 (Sanierung) — inkl. Probenahme, Bericht und Empfehlung
  • Erstberatung: Kostenlos — 15 Minuten Telefon oder Video

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, wie viele Proben sinnvoll sind, damit du vorab Klarheit über die Kosten hast.

Häufige Fragen zum Holzschutzmittel-Test

Manche Holzschutzmittel haben einen charakteristischen chemischen Geruch — besonders PCP und Chlornaphthaline riechen muffig-chemisch. Allerdings sind auch geruchlose Belastungen möglich. Lindan ist weitgehend geruchlos. Ein auffälliger Geruch im Dachstuhl ist ein Hinweis, aber nur eine Laboranalyse kann die Belastung sicher nachweisen und quantifizieren.

Unbedingt. Beim Dachausbau werden behandelte Holzflächen freigelegt, bearbeitet und oft in den Wohnraum integriert. Wenn der Dachstuhl PCP oder Lindan enthält, gelangen die Schadstoffe über Raumluft und Staub direkt in den Wohnbereich. Eine Analyse vor dem Ausbau schützt dich und deine Familie — und vermeidet kostspielige Nachsanierungen.

Eine Einzelanalyse auf Holzschutzmittel kostet ab €75 pro Probe. Die Begehungspauschale liegt bei €290–€350. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, wie viele Proben sinnvoll sind.

Ja. PCP ist seit 1990 durch die PCP-Verordnung in Österreich verboten. Lindan darf seit den frühen 1990er-Jahren nicht mehr als Holzschutzmittel eingesetzt werden. In bestehenden Gebäuden sind die Stoffe jedoch nach wie vor in behandeltem Holz vorhanden und gasen über Jahrzehnte aus.

Was kostet die Holzschutzmittel-Sanierung?

Typische Sanierungskosten (Richtwerte)

  • Dachstuhl abschotten/kapseln€2.000–€8.000
  • Holzvertäfelung entfernen€1.000–€4.000
  • Dachstuhl komplett sanieren€10.000–€30.000

Ein Holzschutzmittel-Test ab €75 gibt dir Klarheit — besonders wichtig vor dem Dachausbau.

Nach der Sanierung bieten wir eine Kontrollmessung an: Raumluft- und Staubanalyse, um zu dokumentieren, dass die Belastung erfolgreich reduziert wurde. Mehr zur Sanierungsbegleitung →

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