Was sind Künstliche Mineralfasern (KMF)?

Künstliche Mineralfasern — kurz KMF — sind industriell hergestellte Dämmstoffe aus Glas, Gestein oder Schlacke. Die drei Haupttypen sind Glaswolle, Steinwolle und Schlackenwolle. Seit den 1950er-Jahren gehören sie zu den am häufigsten eingesetzten Dämmmaterialien in österreichischen Gebäuden.

KMF sind nicht grundsätzlich gefährlich — aber alte KMF, die vor 1996 hergestellt wurden, können ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen. Und genau hier liegt das Problem: Von außen sieht man alten und neuen Fasern den Unterschied nicht an.

Alte KMF vs. neue KMF — der entscheidende Unterschied

1996 markiert die Trennlinie: In diesem Jahr wurde das RAL-Gütezeichen eingeführt, das nur noch biolösliche Mineralfasern zertifiziert. Der Unterschied ist gesundheitlich entscheidend:

  • Alte KMF (vor 1996): Biopersistente Fasern — der Körper kann sie nicht abbauen. Sie verbleiben in der Lunge und können dort chronische Entzündungen und Krebs auslösen. Von der IARC als möglicherweise krebserregend (Gruppe 2B) eingestuft — ein ähnliches Risikoprofil wie bei Asbest.
  • Neue KMF (nach 1996, RAL-Gütezeichen): Biolösliche Fasern — der Körper baut sie innerhalb weniger Wochen ab. Gesundheitlich unbedenklich bei normaler Exposition.

Das Problem in der Praxis: In vielen Gebäuden wurde über Jahrzehnte gedämmt — oft liegen alte und neue Fasern direkt nebeneinander. Ohne Laboranalyse ist eine Unterscheidung unmöglich.

Wo findet man KMF in österreichischen Gebäuden?

Künstliche Mineralfasern stecken in fast jedem Gebäude. Die häufigsten Einbauorte:

  • Dachdämmung: Zwischen- und Aufsparrendämmung — der mit Abstand häufigste Fundort
  • Zwischendecken: Abgehängte Decken mit Mineralfaser-Platten oder losen Einlagen
  • Fassadendämmung: Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Mineralwolle-Kern
  • Trennwände: Leichtbauwände mit Mineralwolle als Schall- und Brandschutzfüllung
  • Lüftungskanäle: Mineralfaser-Isolierung an Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Technische Isolierungen: Rohrdämmung an Heizungs- und Wasserleitungen

Gesundheitsrisiko alter KMF

Alte Künstliche Mineralfasern (vor 1996) können bei Beschädigung oder Bearbeitung lungengängige Fasern freisetzen. Die gesundheitlichen Auswirkungen:

  • Lungenreizung: Husten, Atemnot und chronische Atemwegsreizung bei wiederholter Exposition
  • Krebsrisiko: Alte biopersistente Fasern sind als möglicherweise krebserregend eingestuft (IARC Gruppe 2B)
  • Hautreizung: Typisches Jucken und Rötung bei Hautkontakt — auch bei neuen Fasern, aber kein Langzeitrisiko
  • Augenreizung: Bei direktem Kontakt mit Faserstaub

In Österreich regelt die TRGS 521 den Umgang mit alten Mineralfasern. Alte KMF müssen als gefährlicher Abfall entsorgt werden — eine Entsorgung über den normalen Bauschutt ist verboten.

So analysieren wir KMF

Die Unterscheidung zwischen alten und neuen KMF erfordert eine Laboranalyse — eine Sichtprüfung reicht nicht. Unser Ablauf:

1. Begehung und Probenahme

Ich komme persönlich und erfasse alle Dämmstoffe im Gebäude. Proben werden fachgerecht entnommen — mit Dokumentation von Einbauort, Materialzustand und vermutlichem Einbaujahr.

2. Rasterelektronenmikroskopie (REM)

Die Analyse erfolgt mittels REM mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX). Dabei werden Faserdurchmesser, Faserlänge und chemische Zusammensetzung bestimmt. So lässt sich eindeutig feststellen, ob alte biopersistente oder neue biolösliche Fasern vorliegen.

3. Bericht und Empfehlung

Du erhältst einen verständlichen Bericht mit klarer Einstufung (alte oder neue KMF), Risikobewertung und konkreten Handlungsempfehlungen: Belassen, kapseln oder fachgerecht entfernen — mit Hinweisen zur korrekten Entsorgung.

Preise für KMF-Analysen

Transparente Preise ohne versteckte Kosten:

  • Einzelanalyse KMF (REM): ab €120 pro Probe
  • Begehungspauschale: €290 (Hauskauf) bzw. €350 (Sanierung) — inkl. Probenahme, Bericht und Empfehlung
  • Erstberatung: Kostenlos — 15 Minuten Telefon oder Video

Die REM-Analyse ist aufwendiger als eine einfache Lichtmikroskopie — dafür liefert sie eine eindeutige Klassifizierung deiner Mineralfasern. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, wie viele Proben sinnvoll sind.

Häufige Fragen zur KMF-Analyse

Das hängt vom Alter ab. Mineralwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, kann biopersistente Fasern enthalten, die als möglicherweise krebserregend gelten (IARC Gruppe 2B). Neuere Mineralwolle mit RAL-Gütezeichen ist gesundheitlich unbedenklich. Nur eine REM-Analyse kann sicher unterscheiden, ob alte oder neue KMF vorliegen.

Eine Einzelanalyse auf Künstliche Mineralfasern kostet ab €120 pro Probe (REM-Analyse). Die Begehungspauschale liegt bei €290–€350. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, wie viele Proben sinnvoll sind.

KMF wird mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) analysiert. Dabei werden Faserdurchmesser, Faserlänge und chemische Zusammensetzung bestimmt. So lässt sich unterscheiden, ob es sich um alte biopersistente oder neue biolösliche Fasern handelt.

Alte KMF (vor 1996) muss nicht zwingend sofort entfernt werden, solange sie intakt verbaut und nicht zugänglich ist. Bei Sanierung, Umbau oder Abbruch gelten jedoch strenge Vorschriften: Alte KMF muss als gefährlicher Abfall entsorgt werden und die Demontage erfordert Schutzmaßnahmen gemäß TRGS 521.

Was kostet die KMF-Sanierung?

Typische Sanierungskosten (Richtwerte)

  • KMF-Dämmung Dach entfernen€3.000–€10.000
  • KMF-Trennwände entsorgen€1.500–€5.000
  • KMF in Lüftungskanälen€2.000–€6.000

Eine KMF-Analyse ab €120 klärt, ob deine Dämmung die alte, biopersistente Variante ist — oder unbedenkliche neue KMF.

Nach der Sanierung bieten wir eine Freimessung an: Raumluftmessung nach VDI 3492 mit REM-Analyse, um zu dokumentieren, dass keine KMF-Fasern mehr in der Raumluft nachweisbar sind. Mehr zur Sanierungsbegleitung →

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