Was sind PCB?
Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von 209 synthetischen Chlorverbindungen, die zwischen den 1930er- und 1990er-Jahren industriell hergestellt wurden. Wegen ihrer chemischen Stabilität, Hitzebeständigkeit und Weichmacherwirkung wurden PCB massenhaft in Baumaterialien eingesetzt — vor allem in elastischen Fugenmassen, Bodenbelägen und Kondensatoren.
Das Problem: PCB sind extrem langlebig, reichern sich in der Nahrungskette und im menschlichen Körper an und gasen über Jahrzehnte aus Baumaterialien aus. Durch die Stockholmer Konvention zählen sie zu den weltweit geächteten persistenten organischen Schadstoffen (POPs). Die IARC stuft PCB als Karzinogen der Gruppe 1 ein — also als sicher krebserregend beim Menschen.
Wo finden sich PCB in österreichischen Gebäuden?
In Gebäuden mit Baujahr zwischen 1955 und 1990 können PCB in verschiedenen Baumaterialien enthalten sein. Die häufigsten Fundorte:
- Elastische Fugenmassen: Der häufigste PCB-Herd — vor allem in Plattenbauten, an Fassadenelementen, Fensteranschlüssen und Dehnungsfugen. PCB-haltige Fugenmassen sind oft dunkelbraun bis schwarz und gummiartig.
- Bodenbeläge (Vinyl): Flexible PVC-Bodenbeläge und Vinyl-Fliesen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren können PCB als Weichmacher enthalten.
- Kondensatoren in Leuchtstofflampen: Ältere Vorschaltgeräte und Kondensatoren in Leuchtstofflampen enthalten häufig PCB-haltiges Öl. Bei Leckagen können PCB in die Raumluft gelangen.
- Anstriche und Beschichtungen: Chlorkautschuk-Farben und spezielle Korrosionsschutzanstriche können PCB enthalten.
- Deckenplatten: Einige Akustikdeckenplatten aus den 1960er- und 1970er-Jahren enthalten PCB.
- Kitte und Dichtungsmassen: Verglasungskitte und Dichtungsmassen an Fenstern und Türen.
Gesundheitsrisiko und rechtliche Situation
PCB sind besonders tückisch, weil sie aus Baumaterialien in die Raumluft ausgasen (vor allem die niedrig chlorierten Kongenere) und sich im Hausstaub anreichern. Die gesundheitlichen Risiken:
- Krebserregend: IARC Gruppe 1 — PCB verursachen Krebs beim Menschen, insbesondere Non-Hodgkin-Lymphome und Leberkrebs
- Endokrine Disruptoren: PCB stören das Hormonsystem und können Schilddrüsenfunktion, Fortpflanzung und Entwicklung beeinträchtigen
- Neurotoxisch: Besonders bei Kindern können PCB die neurologische Entwicklung beeinflussen
- Bioakkumulativ: PCB reichern sich im Fettgewebe an und werden nur sehr langsam abgebaut
Die rechtliche Situation in Österreich:
- Die PCB-Verordnung (BGBl. II Nr. 291/2009) regelt die Entsorgung PCB-haltiger Geräte und Materialien
- Die Stockholmer Konvention (von Österreich ratifiziert) verbietet Produktion und Verwendung von PCB weltweit
- Für die Raumluft gilt ein Vorsorgewert von 300 ng/m³ (Gesamtgehalt PCB) — bei Überschreitung sind Maßnahmen erforderlich
- PCB-haltige Materialien müssen bei Sanierung oder Abbruch als gefährlicher Abfall entsorgt werden
So testen wir auf PCB
PCB lassen sich weder sehen noch riechen — nur eine Laboranalyse bringt Gewissheit. Unser Ablauf:
1. Begehung und Probenahme
Ich komme persönlich und identifiziere verdächtige Materialien anhand von Baualter, Material und Einbausituation. Proben werden fachgerecht aus Fugenmassen, Bodenbelägen oder anderen Verdachtsmaterialien entnommen.
2. Akkreditierte Laboranalyse
Die Materialproben werden mittels Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GC-MS) oder Elektroneneinfangdetektor (GC-ECD) analysiert. Für die Raumluftbelastung kann zusätzlich eine Raumluftmessung durchgeführt werden, die flüchtige PCB-Kongenere erfasst.
3. Bericht und Empfehlung
Du erhältst einen verständlichen Bericht mit Bewertung der PCB-Konzentrationen, Vergleich mit Grenzwerten und konkreten Handlungsempfehlungen: Belassen und beobachten, sanieren oder entfernen — mit Prioritäten und Kosteneinschätzung.
Preise für PCB-Analysen
Transparente Preise ohne versteckte Kosten:
- Einzelanalyse PCB: ab €75 pro Materialprobe
- Begehungspauschale: €290 (Hauskauf) bzw. €350 (Sanierung) — inkl. Probenahme, Bericht und Empfehlung
- Raumluftmessung PCB: Preis auf Anfrage — abhängig von Raumanzahl und Messdauer
- Erstberatung: Kostenlos — 15 Minuten Telefon oder Video
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, wie viele Proben sinnvoll sind, damit du vorab Klarheit über die Kosten hast.
Häufige Fragen zur PCB-Analyse
PCB sind mit freiem Auge nicht erkennbar. Typische Verdachtsmaterialien sind elastische Fugenmassen, flexible Bodenbeläge und Kondensatoren in Leuchtstofflampen — besonders in Gebäuden der Baujahre 1955 bis 1990. Nur eine Laboranalyse kann PCB sicher nachweisen oder ausschließen.
Eine Einzelanalyse auf PCB kostet ab €75 pro Materialprobe. Die Begehungspauschale liegt bei €290–€350. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, wie viele Proben sinnvoll sind.
Ja, seit 2001 ist die Verwendung von PCB in Österreich vollständig verboten. Die PCB-Verordnung regelt die Entsorgung von PCB-haltigen Geräten und Materialien. In bestehenden Gebäuden können PCB-haltige Fugenmassen und Bodenbeläge aber noch vorhanden sein und müssen bei Sanierung fachgerecht entfernt werden.
PCB sind von der IARC als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft (krebserregend beim Menschen). Sie wirken als endokrine Disruptoren, reichern sich im Körper an und stehen im Zusammenhang mit Leber-, Schilddrüsen- und Immunschäden. Durch die Stockholmer Konvention zählen sie zu den persistenten organischen Schadstoffen (POPs), die weltweit verboten sind.
Was kostet die PCB-Sanierung?
Typische Sanierungskosten (Richtwerte)
- PCB-haltige Fugenmassen entfernen€2.000–€8.000
- PCB-Bodenbeläge entfernen€1.500–€6.000
- Raumluft-Dekontamination€3.000–€15.000
Eine PCB-Analyse ab €75 gibt dir Klarheit — bevor aus einer Vermutung eine teure Überraschung wird.
Nach der Sanierung bieten wir eine Freimessung an: Raumluftmessung, um zu dokumentieren, dass keine PCB-Belastung mehr in der Raumluft nachweisbar ist. Mehr zur Sanierungsbegleitung →