Die schadstoffreichste Bauepoche
Die Jahre zwischen 1960 und 1980 waren eine Zeit massiver Bautätigkeit in Österreich. Plattenbauten, Reihenhaussiedlungen, Bürogebäude und öffentliche Bauten entstanden im Eiltempo. Gleichzeitig erreichte der Einsatz industrieller Baustoffe seinen Höhepunkt — Asbest, PCB, PAK und zahlreiche chemische Holzschutzmittel wurden großflächig und ohne Bedenken eingesetzt.
Das Ergebnis: Gebäude aus dieser Epoche enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Schadstoffe gleichzeitig. Ein einzelnes Haus aus den 1970ern kann Asbest in den Putzen, PCB in den Fugen, PAK im Parkettkleber, KMF in der Dämmung und Holzschutzmittel im Dachstuhl haben — alles gleichzeitig.
Typische Schadstoffe in Gebäuden 1960–1980
Asbest
Die Peak-Ära für Asbest. Eternitplatten, Fliesenkleber, Spachtelmassen, Putze, Vinyl-Asbest-Bodenplatten, Rohrummantelungen, Spritzasbest als Brandschutz, Nachtspeicheröfen.
Asbest-Test →PCB
Polychlorierte Biphenyle in elastischen Fugenmassen (besonders Plattenbauten), Deckenplatten, Kondensatoren in Leuchtstofflampen und einigen Bodenbelägen. Persistent und krebserregend.
PCB-Analyse →PAK
Der berüchtigte schwarze Parkettkleber — in den 1960er–1970ern das Standardprodukt. Dazu Dachbahnen, Bitumenanstriche und Holzimprägnierungen auf Teerbasis.
PAK-Analyse →KMF (Alte Mineralwolle)
Mineralwolle vor 1996 mit biopersistenten Fasern — potenziell krebserregend. In Dach-, Wand- und Deckendämmungen, Lüftungskanälen und Trennwänden.
KMF-Analyse →Holzschutzmittel
Peak-Einsatz von PCP und Lindan. Nahezu jeder Dachstuhl wurde behandelt. Persistent, gasen über Jahrzehnte aus. PCP krebserregend, Lindan neurotoxisch.
Holzschutzmittel-Test →Blei
Bleihaltige Farben waren bis in die 1970er in Verwendung, besonders für Fenster, Türen und Heizkörper. Bleirohre sind in Gebäuden dieser Epoche bereits selten.
Blei-Test →Warum ein Schadstoff-Check hier besonders wichtig ist
Bei keiner anderen Bauepoche ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrfachbelastung so hoch:
- Vor dem Kauf: Die Sanierungskosten können erheblich steigen, wenn mehrere Schadstoffe fachgerecht entsorgt werden müssen. Ein Schadstoff-Check gibt dir Verhandlungssicherheit.
- Vor der Sanierung: Ohne Untersuchung riskierst du unkontrollierte Freisetzung. Asbest, PCB und KMF erfordern zertifizierte Fachfirmen.
- Bei Abbruch: Schadstoffuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben. Entsorgung muss getrennt nach Schadstoffart erfolgen.
Meine Empfehlung: Bei Gebäuden 1960–1980 ist ein umfassender Schadstoff-Check (Sanierungsvariante ab €350) fast immer sinnvoller als Einzelanalysen.
Häufige Fragen zu Gebäuden 1960–1980
In dieser Bauepoche erreichte der Einsatz industrieller Baustoffe seinen Höhepunkt — noch bevor deren Gesundheitsrisiken bekannt waren. Asbest, PCB, PAK, KMF und Holzschutzmittel wurden gleichzeitig und massenhaft verbaut.
Nicht automatisch, aber sehr wahrscheinlich. In den 1960er–1980er Jahren war Asbest in über 3.000 Bauprodukten enthalten. Nur eine Laboranalyse kann Asbest sicher nachweisen oder ausschließen.
Die Begehungspauschale liegt bei €350 für den Schadstoff-Check Sanierung. Dazu kommen Analysekosten ab €75 pro Probe. Bei Gebäuden dieser Epoche sind typischerweise 5–10 Proben sinnvoll.
Davon rate ich dringend ab. Bei Sanierungsarbeiten werden gebundene Schadstoffe freigesetzt. Ohne vorherige Untersuchung gefährdest du dich und die Handwerker. Bei Abbrucharbeiten ist es ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Klarheit ab €350
In Gebäuden dieser Epoche finden wir bei fast jeder Begehung Asbest — oft zusammen mit PCB, PAK und KMF. Eine Messung ab €350 klärt, ob und wo — bevor deine Sanierung zur Gefahrenzone wird.
Nach der Sanierung bieten wir eine Freimessung an: Raumluftmessung nach VDI 3492, um die sichere Freigabe zu dokumentieren. Mehr zur Sanierungsbegleitung →