Was sind VOC?

VOC steht für Volatile Organic Compounds — flüchtige organische Verbindungen, die bei Raumtemperatur aus Baustoffen, Möbeln und Alltagsprodukten ausgasen. Dazu gehören Hunderte verschiedener Substanzen: Formaldehyd, Toluol, Xylol, Styrol, Benzol, Limonene und viele mehr. Der Summenparameter TVOC (Total VOC) fasst sie zusammen.

VOC erkennst du oft am typischen „Neugeruch" nach Renovierung oder Möbelkauf. Aber viele VOC sind geruchlos — und gerade die gefährlichsten, wie Formaldehyd, riechst du erst ab Konzentrationen, die längst gesundheitsschädlich sind.

Formaldehyd: der häufigste Innenraum-Schadstoff

Formaldehyd ist der mit Abstand häufigste VOC in Innenräumen. Die Hauptquellen:

  • Spanplatten und Presshölzer: Harnstoff-Formaldehyd-Harze als Bindemittel — über Jahrzehnte kontinuierliche Ausgasung
  • Möbel: Besonders günstige Möbel mit Spanplattenkern
  • Dämmstoffe: Harnstoff-Formaldehyd-Ortschaum (UF-Schaum), vor allem in älteren Gebäuden
  • Lacke, Farben und Klebstoffe: Formaldehyd als Konservierungsmittel und Lösemittel
  • Bodenbeläge: Laminat, Vinyl und deren Klebstoffe

Formaldehyd ist von der IARC als krebserregend (Gruppe 1) eingestuft. Die WHO empfiehlt einen Richtwert von 0,1 mg/m³ als 30-Minuten-Mittelwert.

VOC-Quellen in Neubauten und Altbauten

VOC-Belastung betrifft nicht nur alte Gebäude — im Gegenteil:

Neubauten und frische Renovierungen

In den ersten Wochen und Monaten nach Fertigstellung ist die VOC-Konzentration am höchsten. Frische Farben, Lacke, Klebstoffe, Bodenbeläge, Dichtungsmassen und Möbel gasen gleichzeitig aus. In energieeffizienten Neubauten mit dichter Gebäudehülle staut sich die Belastung zusätzlich, weil weniger natürliche Lüftung stattfindet.

Altbauten

Auch in älteren Gebäuden können VOC ein Problem sein: Holzschutzmittel (PCP, Lindan) in Dachstühlen und Holzvertäfelungen, alte Spanplatten mit Formaldehyd-Bindemittel, sowie Lösemittelreste in Parkettversiegelungen und Beschichtungen. Diese Substanzen gasen über Jahrzehnte aus — langsam, aber kontinuierlich.

Sick Building Syndrome

Wenn mehrere Personen in einem Gebäude unspezifische Beschwerden entwickeln — Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Schleimhautreizungen — spricht man vom Sick Building Syndrome (SBS). VOC sind eine der häufigsten Ursachen. Typisch: Die Beschwerden bessern sich an Wochenenden oder im Urlaub und kehren beim Betreten des Gebäudes zurück.

Eine systematische Raumluftmessung identifiziert die Verursacher und schafft die Grundlage für gezielte Maßnahmen.

Gesundheitsrisiken von VOC

Die Gesundheitseffekte hängen von der Substanz, der Konzentration und der Expositionsdauer ab:

  • Kurzfristig: Augen-, Nasen- und Rachenreizung, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
  • Mittelfristig: Allergische Reaktionen, Atemwegsbeschwerden, Konzentrationsstörungen
  • Langfristig: Leber- und Nierenschäden, neurologische Effekte, erhöhtes Krebsrisiko (Formaldehyd, Benzol)

Besonders empfindlich reagieren Kinder, Schwangere, Allergiker und immungeschwächte Personen.

Rechtliche Grundlagen in Österreich

Für VOC in Innenräumen gibt es in Österreich keinen verbindlichen Grenzwert, aber wichtige Richt- und Orientierungswerte:

  • ÖNORM M 5899: Regelt die Messung von VOC in der Innenraumluft (Probenahme, Analytik, Bewertung)
  • Bundesgesundheitsamt: Empfiehlt einen TVOC-Richtwert von 300 µg/m³ (hygienisch unbedenklich) — ab 1.000 µg/m³ sind Maßnahmen erforderlich
  • WHO-Leitlinien: Formaldehyd-Richtwert von 0,1 mg/m³ (30-Minuten-Mittel), kein sicherer Schwellenwert für krebserregende VOC
  • IBO-Richtwerte: Das Österreichische Institut für Bauen und Ökologie empfiehlt für ökologische Gebäude TVOC unter 200 µg/m³

So messen wir VOC

Je nach Fragestellung setzen wir unterschiedliche Methoden ein — oft in Kombination:

1. Echtzeit-Sensorik (eigene IoT-Sensoren)

Unser Spezialgebiet: Mit selbst entwickelten IoT-Sensoren messen wir TVOC, Formaldehyd, Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontinuierlich über Stunden oder Tage. Die Daten werden in Echtzeit übertragen und visualisiert. So erkennen wir Belastungsspitzen, die eine einmalige Messung verpassen würde — zum Beispiel nächtliche Ausgasungen bei geschlossenen Fenstern oder Spitzen nach dem Heizen.

Das Echtzeit-Monitoring eignet sich besonders für die Erfolgskontrolle während und nach einer Sanierung.

2. Passivsammler (Tenax-Röhrchen)

Für eine quantitative Bestimmung einzelner VOC setzen wir Tenax-Passivsammler ein. Diese werden über einen definierten Zeitraum (typisch 4 Wochen) im Raum exponiert und anschließend im Labor mittels Thermodesorption und Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) ausgewertet.

3. Laboranalyse (GC-MS)

Die Gaschromatographie-Massenspektrometrie identifiziert und quantifiziert einzelne VOC-Substanzen mit höchster Genauigkeit. So wissen wir nicht nur, wie viel VOC in der Luft ist, sondern auch welche — das ist entscheidend für die Quellensuche und Sanierungsplanung.

Preise für VOC-Messungen

Transparente Preise ohne versteckte Kosten:

  • Einzelne Raumluftmessung: ab €75 pro Messpunkt
  • Echtzeit-Monitoring: In der Begehungspauschale inkludiert (€290–€350)
  • Passivsammler + Laboranalyse (GC-MS): ab €150 pro Probe
  • Erstberatung: Kostenlos — 15 Minuten Telefon oder Video

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Messmethode für deine Situation sinnvoll ist und du bekommst vorab Klarheit über die Kosten.

Häufige Fragen zur VOC-Messung

VOC (Volatile Organic Compounds) sind flüchtige organische Verbindungen, die bei Raumtemperatur aus Baustoffen, Möbeln, Farben und Klebstoffen ausgasen. In hohen Konzentrationen verursachen sie Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und Allergien. Einige VOC wie Formaldehyd und Benzol sind krebserregend.

Eine einzelne Raumluftmessung auf VOC kostet ab €75. Das Echtzeit-Monitoring mit unseren IoT-Sensoren ist in der Begehungspauschale (€290–€350) inkludiert. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, welche Messmethode für deine Situation sinnvoll ist.

Eine Raumluftmessung ist sinnvoll bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Augenreizungen ohne erkennbare Ursache, nach Renovierung oder Neubau, bei unerklärlichem Geruch, vor dem Hauskauf, sowie während oder nach einer Schadstoffsanierung zur Erfolgskontrolle.

Echtzeit-Monitoring bedeutet, dass wir mit eigenen IoT-Sensoren die VOC-Konzentration über Stunden oder Tage kontinuierlich aufzeichnen. So erkennen wir Belastungsspitzen, die eine einmalige Messung verpassen würde — zum Beispiel nächtliche Ausgasungen bei geschlossenen Fenstern oder Spitzen nach dem Heizen.

Was kostet die VOC-Sanierung?

Typische Sanierungskosten (Richtwerte)

  • VOC-emittierende Bodenbeläge ersetzen€1.500–€6.000
  • Formaldehyd-Quellen entfernen/kapseln€500–€3.000
  • Professionelle Raumlüftung nachrüsten€2.000–€8.000

Eine VOC-Messung ab €75 gibt dir Klarheit — bevor gesundheitliche Beschwerden chronisch werden.

Nach baulichen Maßnahmen bieten wir eine Kontrollmessung an, um die Wirksamkeit der Sanierung zu dokumentieren. Mit unserer Echtzeit-Sensorik können wir VOC-Werte auch kontinuierlich überwachen. Mehr zur Sanierungsbegleitung →

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